ProNet Handwerk – Professionalisierung und Vernetzung im Handwerk

Das Projekt entwickelt gewerkeübergreifende Fortbildungen „Smart Living and Working“ mit den Abschlüssen Bachelor Professional und Master Professional, einen E-Campus und Weiterbildungsangebote für Bildungspersonal.

Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel, Ressourcenverknappung, steigende Bevölkerungszahlen in Städten und der demografische Wandel verändern die zukünftigen Leistungen des Handwerks, insbesondere im Bau- und Ausbaugewerbe. Die Tätigkeitsprofile des Handwerks verschieben sich kontinuierlich zu höheren Qualifikationsanforderungen. Gleichzeitig kämpft das Handwerk um Nachwuchs und gegen die Abwanderung von Fachkräften.

Um zusätzliche Aufstiegsperspektiven im Handwerk zu schaffen und die Attraktivität der beruflichen Bildung im Handwerk zu stärken, entwickelt und erprobt das Projekt modulare, gewerkeübergreifende Fortbildungen (Arbeitstitel „Smart Living and Working“) mit Abschlüssen auf den DQR-Stufen 6 (Bachelor Professional) und 7 (Master Professional).

Die Fortbildung auf DQR-Stufe 6 richtet sich an Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Teilnehmenden erwerben darin die Kompetenzen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und die digitale Transformation im Handwerk zu bewältigen. Die Module können nach Bedarf und zeitlich flexibel absolviert oder zu einem Fortbildungsabschluss „Bachelor Professional“ kombiniert werden. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf gewerkeübergreifenden und digitalen Kompetenzen.

Die Fortbildung auf DQR-Stufe 7 zum Master Professional qualifiziert die Teilnehmenden zur Planung und Ausführung komplexerer Bau- und Ausbauvorhaben. Sie werden befähigt, gewerkeübergreifende Teams auf der Baustelle zu leiten. Lernende haben auch hier die Möglichkeit, einzelne Module zeitlich flexibel und bedarfsorientiert zu absolvieren. Zulassungsvoraussetzung wird ein Abschluss auf DQR-Stufe 6 wie der Meisterabschluss, der Bachelor Professional „Smart Living and Working“ oder ein vergleichbarer Bachelorabschluss sein. Bei mindestens einer der beteiligten Handwerkskammern soll ein Prüfungsausschuss eingerichtet werden. Der Erlass einer bundesweiten Fortbildungsprüfungsordnung wird angestrebt.

Das Projekt entwickelt einen E-Campus als Basis für kollaborative Arbeits- und Lernprozesse und zur Förderung digitaler sowie kommunikativer Kompetenzen für eine berufsübergreifende Kooperation. Er ermöglicht die Nutzung neuer Lern- und Arbeitstechnologien wie die Bereitstellung von (BIM-) Software, die Darstellung und Bearbeitung von 3D-Modellen aus technischen Anwendungsbereichen sowie das Erfahren von Arbeitsprozessen in virtuellen Werkstätten. Für die Modul- und Abschlussprüfungen werden Online-Prüfungstools eingebunden. Der E-Campus bietet neue Potenziale für die Lernortkooperation von Bildungszentren, Betrieben und Forschungseinrichtungen. Grundlage für den E-Campus wird ein Lernmanagementsystem sein.

Um Bildungspersonal zu stärken, entwickelt das Projekt ein flexibel nutzbares Weiterbildungsangebot im Blended-Learning-Format. Konkret soll es hierbei um die Förderung von didaktisch-methodischen Kompetenzen und die Entwicklung von Medien- und IT-Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt gehen. Die Teilnehmenden können sich beispielsweise schulen lassen zur Entwicklung von Lernangeboten, zur Erstellung von handlungsorientierten (Prüfungs-) Aufgaben, zum Einsatz digitaler Lern- und Arbeitsmethoden oder zur Nutzung des E-Campus.

Cluster-Akteure

  • Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) e. V.
  • Handwerkskammer Dresden
  • Handwerkskammer Erfurt
  • Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz
  • Handwerkskammer Südwestfalen
  • Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI)
  • Hochschule Ruhr West (HRW)
  • Institut für Kommunikations- und Prüfungsforschung gGmbH

Verbundkoordination

Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) e. V.
Sebastian Knobloch
Sternwartstr. 27-29       
40223 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 30 20 09 50
E-Mail: sknobloch@zwh.de
Website: zwh.de