Was ist InnoVET?

InnoVET ist der Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für eine exzellente berufliche Bildung. 17 Projekte wurden ausgewählt und erproben ihre Konzepte bis 2024. Das BMBF fördert InnoVET mit 82 Millionen Euro.

Junge Menschen diskutieren im Büro am Tisch

Neue attraktive Qualifizierungsangebote schaffen Anreize für junge Menschen, eine Aus- oder Weiterbildung zu beginnen. 

Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit

Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung steigern und neue Lernortkooperationen initiieren: Das sind die Ziele von InnoVET. Die Projekte entwickeln und erproben attraktive und hochwertige Qualifizierungsangebote für die berufliche Bildung. Diese schaffen Anreize für junge Menschen, eine Aus- oder Weiterbildung zu beginnen. Die Qualifizierungsangebote orientieren sich an den Bedarfen der Unternehmen und tragen dazu bei, hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden.  

Innovative Qualifizierungsangebote in sechs Themenclustern

Die Projekte sind breit aufgestellt und in sechs Themenclustern aktiv. Jedes Projekt ist Teil von zwei bis drei Themenclustern:

  • Gleichwertigkeit schaffen
    Berufliche und akademische Bildung auf Augenhöhe: Die Projekte entwickeln hochwertige Fortbildungen, die gleichwertig mit Hochschulabschlüssen sind. Laufbahnkonzepte und Karriereberatung öffnen neue Perspektiven. Zu den Projekten
  • Branchen stärken
    Vom Traditionshandwerk bis zur Zukunftstechnologie: Die Projekte stellen einzelne Branchen mit neuen Weiterbildungen und Qualifizierungskonzepten für die Zukunft gut auf und gestalten die Ausbildung attraktiver. Zu den Projekten
  • Digitalen Wandel gestalten
    Fit für 4.0: Die Projekte entwickeln Weiterbildungsangebote für Fachkräfte zu digital vernetztem Denken und Handeln. Diese ermöglichen es Unternehmen, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten und seine Potenziale zu nutzen. Zu den Projekten
  • Lernortkooperationen ausbauen
    Im Netzwerk mehr erreichen: Die Projekte schaffen umfassende Lernortkooperationen aus Berufsschulen, Bildungszentren, Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Sie intensivieren die Zusammenarbeit der Lernorte und eröffnen neue Lernchancen. Zu den Projekten
  • Ausbildungsqualität steigern
    Lernen neu denken: Die Projekte erproben innovative Ansätze zur optimalen Vermittlung von Wissen und Kompetenzen. Lernplattformen, Blended Learning und digitale Lerninhalte ermöglichen es, die Berufsbildung flexibler und individueller zu gestalten. Zu den Projekten
  • Hybride Bildungsmodelle erproben
    Das Beste aus beidem: Die Projekte verzahnen duale Ausbildung und Studium in neu konzipierten Bildungsgängen miteinander. Praktische Kompetenzen der dualen Ausbildung und akademische Lerninhalte ergänzen sich in idealer Weise. Zu den Projekten

Umfassende Verbundprojekte mit Fokus auf Verstetigung und Transfer

Das Fördervolumen für den Wettbewerb liegt bei 82 Millionen Euro. Die im Herbst 2020 gestarteten 17 Verbundprojekte mit insgesamt 89 Verbundpartnern haben eine Laufzeit von maximal 48 Monaten. Nach Ende der Förderung sollen die Projektergebnisse im Berufsbildungssystem etabliert werden können. Daher ist der Wissens- und Ergebnistransfer von besonderer Bedeutung.

In den Verbundprojekten haben sich relevante Akteure der beruflichen Bildung zusammengeschlossen: Vertreten sind berufsbildende Schulen, Unternehmen, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS), Bildungszentren, Beratungsinstitutionen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Bezugsrahmen der Projekte sind Berufe bzw. Fortbildungsregelungen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO).

So lief das Auswahlverfahren 

Die Auswahl der 17 Projekt erfolgte in einem zweistufigen Verfahren:

Das BMBF rief Akteurinnen und Akteure der Berufsbildung mit der Förderbekanntmachung vom 17. Januar 2019 dazu auf, ihre Anträge zur Förderung in der Konzeptphase bis zum 26. April 2019 einzureichen. 176 Ideenskizzen gingen ein, aus denen das BMBF mit einer unabhängigen Jury aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis die 30 innovativsten Anträge auswählte. Die Wettbewerbsteilnehmenden erhielten eine Förderung für bis zu sechs Monate, um ihre Ideenskizzen zu umsetzungsreifen Projektkonzepten auszuarbeiten und bis 29. Februar 2020 einen Antrag für die Erprobung- und Umsetzungsphase zu stellen. Anschließend begutachtete das BMBF mit der Jury die Projektanträge und entschied über die Förderung. Bildungsministerin Anja Karliczek gab die von der Jury empfohlenen Projekte im Rahmen einer Pressekonferenz am 7. Juli 2020 bekannt.

Die InnoVET-Jury

Diese Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis unterstützten das BMBF bei der Projektauswahl:

Prof. Dr. Peter Dehnbostel, TU Dortmund

Gisela Grimme, Elisabeth-Selbert-Schule Hameln

Günter Hofmann, Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH, Lichtenfels

Thomas Mayr, ibw-Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft Wien

Prof. Dr. Manfred Müller, Staatliche Berufsschule Bayreuth

Prof. Dr. Gunter Olesch, Phoenix Contact GmbH & Co KG, Blomberg

Rolf Schäfer, WBZU – Weiterbildungszentrum für innovative Energietechnologie HWK Ulm

Heike Schwarzbauer, Berufskolleg Jülich

Prof. Dr. Sabine Seufert, Universität St. Gallen

Dr. Gabriele Suhre, Staatliches Berufsbildungszentrum Ernst Arnold Greiz-Zeulenroda

Das InnoVET-Begleitgremium

Das Begleitgremium berät das BMBF dabei, die Projekte mit den Strategien und Aktivitäten der Landesregierungen und der Sozialpartner sinnvoll zu verzahnen. Es befördert den Wissens- und Ergebnistransfer und unterstützt damit auch, die Projektergebnisse nachhaltig zu verankern und zu verstetigen.

Folgende Institutionen sind vertreten:

Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK)

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)

Kultusministerkonferenz (KMK)

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB)

Wirtschaftsministerkonferenz (WMK)

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)