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Groß gedacht und nachhaltig umgesetzt mit InnoVET: KI-Bildungsangebote erfolgreich etabliert

Mehrere Hundert Auszubildende und Fachkräfte haben die Kurse zu Künstliche Intelligenz und Maschinellem Lernen aus dem InnoVET-Projekt KI B³ bereits durchlaufen. Immer mehr Kammern wollen einsteigen und die frei verfügbaren Materialien nutzen.

Roboterhand und Menschenhand berühren sich
Copyright: Adobe Stock/Gorodenkoff

Das kann sich sehen lassen! 600 Absolventinnen und Absolventen bei der Zusatzqualifikation, bald 65 beim Geprüften Berufsspezialisten – und viele Kammern, die die Bildungsangebote zu Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen anbieten. Die Entwicklungen des InnoVET-Projekts KI B³ haben sich eineinhalb Jahre nach Ende der Förderung erfolgreich am Markt etabliert.

„Viele Firmen melden uns zurück: Das ist genau das, was wir jetzt gebraucht haben“, bestätigt Claudius Audick von der IHK Region Stuttgart.

Die Angebote sind branchenübergreifend gestaltet und bauen modular aufeinander auf:

  • Zusatzqualifikation (ZQ) für stärkere Auszubildende
  • Fortbildung Geprüfte Berufsspezialist/-in
  • Fortbildung Bachelor Professional (jeweils für Fach- und Führungskräfte)

Aus der ZQ entstand außerdem ein Zertifikatslehrgang für Fachkräfte zum Einstieg in KI, der von der DIHK-Bildungs gGmbH bundesweit als „Data Talent (IHK) KI und maschinelles Lernen“ angeboten wird.

Hohe Nachfrage bei Kammern und Fachkräften

Am erfolgreichsten läuft derzeit die von Berufsschulen durchgeführte Zusatzqualifikation: Ab Sommer werden 13 Kammern – 11 in Baden-Württemberg sowie Darmstadt und Bremen – sie anbieten. Die IHKs in Frankfurt, Saarbrücken, Osnabrück und Gera könnten als nächste hinzukommen und haben die Materialien des Projekts bereits erhalten. Auch eine Handwerkskammer hat Interesse angemeldet.

Beim Geprüften Berufsspezialisten und beim Bachelor Professional sind die Entwicklungen ebenfalls positiv: Neben der IHK Region Stuttgart haben Karlsruhe, Reutlingen, Mannheim und Bremen die Rechtsvorschriften erlassen und planen die Fortbildungen einzuführen. Damit kommt aufgrund der positiven Entwicklung auch eine bundesweite Regelung für die Angebote in Reichweite.

Erfreulich ist aber auch die Resonanz, die der Geprüfte Berufsspezialist als neuer Abschluss bei Fachkräften erfährt: Schon 16 erfolgreiche Prüfungen und zwei ausgebuchte nächste Kurse mit 49 Teilnehmenden für einen noch wenig bekannten Abschluss zwischen Geselle und Meister sind für Claudius Audick ganz klar ein Erfolg. Von den angemeldeten Berufsspezialisten werden 40 auch den Bachelor Professional absolvieren.

Erfolgsfaktoren

Ein Erfolgsfaktor ist ganz klar der branchenübergreifende Ansatz: Alle kaufmännischen wie gewerblich-technischen Berufe sind angesprochen. Schließlich kann KI in nahezu jedem Beruf ein Thema werden.

Ein zweiter Grund ist die breite Bereitstellung der Projektergebnisse: Die Lernmaterialien, Moodle-Kurse, Rechtsvorschriften und Rahmenlehrpläne stehen als Open Educational Resources (OER) zur Verfügung. Das heißt: Jeder Bildungsanbieter kann sie nutzen und die Fortbildungen anbieten.

Die Kammerregelungen ermöglichen außerdem, schnell und flexibel auf Entwicklungen im Themenfeld zu reagieren. So waren Generative KI, Large Language Models und Prompting bei der Entwicklung der Inhalte ab 2020 noch kein Thema. Mittlerweile wurden die Lehrgänge aber entsprechend ergänzt. Auch das didaktische Konzept ist ein Vorteil: Ein Großteil der Kurse findet Live-Online oder im Selbstlernen statt. Der zeitliche Aufwand für Lehrkräfte und der finanzielle Aufwand für Bildungsanbieter ist dadurch gering.

InnoVET als Grundstein

All das wäre ohne InnoVET nicht möglich gewesen. Die Förderbekanntmachung bot im Jahr 2019 die Chance, groß zu denken: KI war für die Meisten noch in weiter Ferne und für eine Kammer allein die Zusammenarbeit mit KI-Experten aus der Forschung unbezahlbar. Claudius Audick und sein Kollege von der IHK Reutlingen aber waren überzeugt: „Hier müssen wir für die Berufsbildung etwas machen.“

Dank der InnoVET-Förderung gelang es, die Expertise der Universität Stuttgart und der LMU München an Bord zu holen. So konnten alle Partner in vier Jahren Förderung ihre Kompetenzen einbringen: Die Kammern das Know-how zu Rechtsvorschriften, Bedarfserhebung, Projektsteuerung und Marketing und die Universitäten ihr Fachwissen bei der Entwicklung der Lernmodule und Moodle-Kurse. „Ohne InnoVET wären wir nicht da, wo wir sind“, betont Audick. 

Diese gelungene Zusammenarbeit akademischer und beruflicher Bildung setzen die Partner im InnoVET PLUS-Projekt MEKI fort. Diesmal geht es um die Entwicklung einer KI-gestützten Lernsoftware.