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Vom InnoVET-Projekt zum Standard: Digitales Prüfen und Lernen im Handwerk etablieren sich flächendeckend

Ein Jahr nach Projektende sind die Ergebnisse des InnoVET-Projekts ProNet Handwerk fest im Alltag angekommen: Zahlreiche Handwerkskammern prüfen digital mit UCAN und nutzen den eCampus Handwerk für Lehre und Lernen. Hohe Qualität, praxistaugliche Tools und eine enge Begleitung durch die ZWH erleichtern den Umstieg.

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Schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen im Handwerk können am PC oder iPad vorbereitet, durchgeführt, bewertet und dokumentiert werden. Copyright: ZWH

Die Zahlen belegen den Erfolg deutlich: Über 6.000 digitale Prüfungsteilnahmen bis Ende 2025, 21 Handwerkskammern haben den Einführungsprozess in digitales Prüfen erfolgreich abgeschlossen und mehr als 15 weitere könnten in diesem Jahr folgen. Die im InnoVET-Projekt ProNet Handwerk weiterentwickelte Prüfungssoftware UCAN ist im deutschen Handwerk angekommen.

„Mit dem InnoVET-Projekt ProNet Handwerk haben wir den Grundstein für eine moderne, digitale Prüfungsinfrastruktur im Handwerk gelegt“, sagt Ivan Pecovic, Teamleitung Prüfen bei der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk. „Digitales Prüfen ist weit mehr als die Einführung einer Software. Es ist ein Transformationsprozess, in dem wir die organisatorischen, technischen und fachlichen Kompetenzen in den Handwerkskammern stärken und sie befähigen, Prüfungen eigenständig digital umzusetzen.“

Die Prüfungssoftware UCAN wird bereits seit mehr als 15 Jahren in über 15 Mio. digitalen Prüfungen, v. a. im medizinischen Bereich, eingesetzt. Das InnoVET-Projekt ProNet Handwerk hat diese etablierte Software für das Handwerk weiterentwickelt.

Die Vorteile von UCAN auf einen Blick

UCAN bildet alle Prüfungsformen digital ab – von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zu Bewertung und Dokumentation schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfungen am PC oder iPad. Das Ergebnis: papierlose, zeitsparende und sichere Prüfungsprozesse.

  • Gemeinsame Aufgabenentwicklung: Mehrere Prüfende können parallel Aufgaben erstellen, kommentieren, freigeben und kontinuierlich weiterentwickeln.
  • Flexible Aufgabenpools: Eigene Aufgaben oder Inhalte aus gemeinsamen Pools lassen sich unkompliziert zusammenstellen und teilen.
  • Automatisierte und parallele Bewertung: Gebundene Aufgaben (z. B. Multiple Choice) werden automatisch ausgewertet, offene Aufgaben können parallel digital bewertet werden.
  • Objektive Qualitätssicherung: Teststatistische Auswertungen ermöglichen eine transparente Prüfung, Nachvollziehbarkeit und kontinuierliche Verbesserung von Aufgaben und Ergebnissen.
  • Rechtssicherheit und Stabilität: Automatische Screenshots und Prüfungsberichte dokumentieren jeden Prüfungsschritt. Integrierte Sicherungsmechanismen fangen Unterbrechungen im LAN oder WLAN zuverlässig ab.

Die Praxis ist überzeugt

Die Handwerkskammer Erfurt gehörte zu den ersten Kammern, die den vollständigen Umstieg auf digitales Prüfen wagte. Heute finden dort mehrfach wöchentlich digitale Prüfungen in unterschiedlichen Gewerken statt.

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Auch das Friseurhandwerk prüft bereits digital. Copyright: ZWH

Sebastian König, Mitarbeiter Fachbereich Prüfungswesen, Handwerkskammer Erfurt, berichtet:

„Die Abwicklung schriftlicher und fachpraktischer Prüfungen mit UCAN hat unsere Prüfungsprozesse erheblich vereinfacht. Der digitale Ansatz reduziert den Zeit- und Papieraufwand deutlich und ermöglicht Bewertungen unabhängig vom Standort. Nach einer kurzen Umstellungsphase erweist sich das digitale Prüfen für alle Beteiligten als weitgehend selbsterklärend. Insbesondere in der Einführungsphase war das enge Zusammenspiel zwischen dem Prüfungswesen, unserer lokalen IT sowie den Schulungsangeboten und dem persönlichen Support der ZWH ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dadurch sind wir heute in der Lage, verschiedene Gewerke sicher, effizient und größtenteils eigenständig digital zu prüfen.“

So gelang der Rollout

Ein zentraler Erfolgsfaktor für die flächendeckende Einführung ist das umfassende Unterstützungsangebot der ZWH. Mit individueller Beratung, persönlichem Support, bedarfsorientierten Weiterentwicklungen und einer monatlichen UCAN-Sprechstunde unterstützt die ZWH die Handwerkskammern bei der Einführung und Nutzung.

Ivan Pecovic ist überzeugt: „Dass inzwischen 21 Handwerkskammern mit uns den Umstieg auf digitales Prüfen geschafft haben, zeigt, wie gut unser Gesamtpaket aus UCAN-Prüfungssoftware, Service- und Schulungsangebot und die laufende Weiterentwicklung funktioniert: Gemeinsam haben wir ein System entwickelt, das digitales Prüfen im Handwerk nachhaltig verankert und zu einer neuen Qualität im Prüfungswesen führt.“

Das bestätigt Lucie Wedekind, Sachbearbeiterin Berufliche Bildung, in der Handwerkskammer Hannover. Dort wird seit November 2025 digital geprüft: „Besonders wertvoll war die intensive Begleitung der ZWH mit Beratung, Schulungen und einem jederzeit erreichbaren Support. Dadurch konnten Unsicherheiten schnell abgebaut werden. Die Zeit- und Kostenersparnis, die einfache Nachbewertung, die verbesserte Kommunikation und ortsunabhängige Zusammenarbeit der Prüfenden und ein gemeinsamer Aufgabenpool sind für uns große Erleichterungen, die uns veranlasst haben, künftig weitere Teile der Meisterprüfung in allen Gewerken mit UCAN umzusetzen.“

Genauso gefragt – und ausgezeichnet: der eCampus Handwerk

Nicht nur das Prüfen, auch das Lernen profitiert: Ein zweites zentrales Ergebnis aus ProNet Handwerk ist der eCampus Handwerk, der sich ebenfalls erfolgreich im Regelbetrieb etabliert hat: Das Lehr- und Lernmanagementsystem bietet nach dem Motto „Einer für alle“ Lösungen für alle an der Berufsbildung im Handwerk Beteiligten: Bildungszentren, Lehrpersonen, Prüfende und Fachkräfte.

Die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk betreibt auch hier nach Projektende einen intensiven Rollout des Angebots: Sie unterstützt die Handwerkskammern durch individuelle Beratung, Schulungen, Hosting und Wartung, Einrichtung von Schnittstellen, Support und einen umfangreichen Hilfebereich.

Das zahlt sich aus:

  • 21 Handwerkskammern nutzen den eCampus Handwerk bereits auf eigenen Instanzen,
  • drei weitere kommen in Kürze hinzu,
  • knapp 10.000 Nutzerinnen und Nutzer sind aktuell registriert.

Der eCampus Handwerk bietet Tools zur Erstellung von Lerninhalten und zur Organisation, Kommunikation und Kollaboration in Lernprozessen sowie einen Hilfebereich und Schnittstellen zu Verwaltungs- und Prüfungssoftware. Er bietet technisch organisationsinterne und -übergreifende Bereiche und überzeugt durch eine benutzerfreundliche Bedienung.

Die Qualität des Angebots ist auch extern bestätigt: Seit dem vergangenen Jahr trägt der eCampus Handwerk das Comenius-EduMedia-Siegel. Die Jury würdigte insbesondere die Stärken in den Bereichen Lehren, Lernen, Kommunikation sowie Technik und Innovation.

Der eCampus Handwerk wird durch den eCampus FACHHANDWERK für Innungen, Fachverbände und Kreishandwerkerschaften sowie durch den eCampus CARE für Pflegefachschulen ergänzt. Bei der SHK-Innung Köln kommt der eCampus FACHHANDWERK in diesem Jahr erstmalig zum Einsatz.

Informationen zu den digitalen Angeboten bei der ZWH