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Bildungspersonal zusammenbringen – Lernortkooperation stärken : Datum:

Wie lässt sich die Zusammenarbeit von Betrieb, Schule und überbetrieblicher Bildungsstätte verbessern – und damit die Qualität der Ausbildung? Das InnoVET PLUS-Projekt BeConnect führt die Macherinnen und Macher beruflicher Bildung in der Akademie Berufspädagogik Connect zusammen!

BeConnect
Copyright: AdobeStock/Dragana Gordic

Die Befunde sind eindeutig: Lernortkooperation ist – erstens – ein entscheidender Faktor für die Qualität der Berufsbildung. Und zweitens: Bei der Umsetzung ist noch Luft nach oben. Oft fehlt es an einer systematischen Abstimmung zwischen Berufsschule, Betrieb und überbetrieblicher Bildungsstätte – insbesondere bei der zeitlichen und inhaltlichen Koordination von Lernprozessen.

„Diese Abstimmung findet in der Regel nicht statt“, sagt Professor Dietmar Frommberger von der Universität Osnabrück. Doch wie lässt sich das ändern, um die Qualität der Berufsbildung zu steigern? Vor dieser Frage stand das Team vom InnoVET PLUS-Projekt BeConnect.

Gemeinsam und voneinander lernen

„Wir müssen das Bildungspersonal der verschiedenen Lernorte zusammenbringen“, erklärt Frommberger. Bisher werden Lehrkräfte an Berufsschulen und betriebliche Ausbilder getrennt qualifiziert, ohne Berührungspunkte. So fehlt das Verständnis für die jeweiligen Anforderungen der anderen Lernorte.

Das InnoVET PLUS-Projekt BeConnect will diese getrennte Qualifizierung beenden und die unterschiedlichen Gruppen zusammenführen: In der virtuellen Akademie Berufspädagogik Connect soll sich das berufliche Bildungspersonal aus allen Bereichen vernetzen.

Lernortkooperation aktiv gestalten

„Die Menschen, die Lernortkooperation praktisch umsetzen, sollen in gemeinsamen Weiterbildungsangeboten zusammenarbeiten“, erläutert Lea Müller-Greifenberg vom Institut für Forschung, Training und Projekte (iftp) im bfw – Unternehmen für Bildung. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden die Vorteile der Zusammenarbeit erkennen und die Perspektiven der anderen Lernorte besser verstehen.

Das Weiterbildungsangebot umfasst sowohl Qualifizierungen zur Lernortkooperation als auch zu aktuellen Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Inklusion. Die Kurse werden digital, hybrid oder in Präsenz angeboten und lassen sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren. Ab Frühjahr 2026 startet die Erprobung des Curriculums durch die Projektpartner Universität Osnabrück und iftp.

Bildungspersonal stärken

Die Akademie zielt nicht nur darauf ab, die Lernortkooperation zu verbessern, sondern auch das berufliche Bildungspersonal insgesamt zu stärken. Denn, ebenfalls ein klarer Befund der Forschung: Das Bildungspersonal selbst ist ein entscheidender Faktor für die Qualität der Berufsbildung.

„Wir haben in Befragungen festgestellt, dass es sowohl einen inhaltlichen als auch persönlichen Professionalisierungsbedarf gibt“, so Frommberger. Viele Ausbilder und Lehrkräfte möchten sich beruflich weiterentwickeln und ihre Rolle im Bildungssystem stärker wahrgenommen sehen.

Berufsbildung und Hochschulbildung zusammenbringen

Inhaltlich führt die Akademie berufliche und akademische Qualifizierung in ihren Angeboten zusammen: Neben den konkreten Bedarfen des beruflichen Bildungspersonals sollen akademische Inhalte aus der Berufspädagogik integriert werden. Diese Verbindung von Berufs- und Hochschulbildung ist ein Alleinstellungsmerkmal des Projekts.

Die Lernangebote werden zertifiziert und mit ECTS-Credits bewertet, sodass berufspädagogische Studiengänge die Qualifikationen anerkennen können. Ziel ist es, so die Durchlässigkeit zwischen beruflichem und akademischem Bereich zu fördern.

Und zuletzt will die Akademie mit gemeinsamen Lernangeboten dafür sorgen, dass die getrennten Teilgruppen zusammenwachsen – zu einer anerkannten, sichtbaren Gruppe mit gemeinsamer Verantwortung für die berufliche Bildung.

Bedarfe und Entwicklungen erkennen

Um das berufliche Bildungspersonal und seine Bedarfe noch besser zu kennen und Inhalte der Akademie darauf zuzuschneiden, entwickelt das Projektteam einen wissenschaftlichen Monitor. Der Monitor wird regelmäßig genutzt, um Bedarfe, Entwicklungen und Selbstwahrnehmung des Bildungspersonals zu erfassen.

„Wir wollen mehr über die Zielgruppe erfahren und die Angebote kontinuierlich verbessern“, sagt Juniorprof. Dr. Silke Lange von der Universität Osnabrück. Damit wird eine umfassende Datenbasis geschaffen, die der Forschung zur Verfügung gestellt wird – ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Projekts.

Verstetigung im Blick

Beide Projektpartner haben die Absicht, die Akademie und den Monitor als dauerhafte Angebote zu etablieren. Eine Entscheidung über die Rechtsform der Akademie steht noch aus. Erste Ergebnisse des Projekts wurden auf der Fachtagung am 3. November 2025 in Osnabrück präsentiert.

Das Projekt

Berufspädagogik_Connect

Ziele

► „Akademie Berufspädagogik Connect“ als virtuelle Weiterbildungseinrichtung für berufliches Bildungspersonal

► Modularisierte, in Teilen zertifizierbare Weiterbildungsangebote in analoger, digitaler und hybrider Form

► Aufbau eines „Monitors Berufspädagogik“

Kontakt

Universität Osnabrück
Institut für Erziehungswissenschaft - Fachgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik
Prof. Dr. Dietmar Frommberger
Katharinenstr. 24
49078 Osnabrück
Tel.: 0541 969-6390
E-Mail: beconnect@uni-osnabrueck.de
Website: uni-osnabrueck.de/fb3/bwp/forschung/laufende-projekte/be-connect

Verbundpartner

Universität Osnabrück

Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB GmbH – Institut für Forschung Training und Projekte (iftp)