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Zugang für Migrantinnen und Migranten zum Arbeitsmarkt: Barrieren, Chancen und Lösungen : , Thema: Bericht | Einstieg in Beschäftigung

Das InnoVET PLUS-Projekt „Close the Gap“ hat die Ergebnisse seiner Bedarfs- und GAP-Analyse veröffentlicht. Die Erkenntnisse geben Orientierung für KI-gestützte Beratungs- und Bildungsangebote für Migrantinnen und Migranten, um die Lücke zwischen Sprachkursen und Arbeitsmarkt im Handel zu schließen.

CTG-MigHa
Copyright: AdobeStock/Odua Images

Vielfältige Barrieren trotz Arbeits- und Ausbildungsbereitschaft

Die Bedarfs- und GAP-Analyse zeigt, dass Migrantinnen und Migranten trotz hoher Arbeits- und Ausbildungsbereitschaft beim Zugang zum Arbeitsmarkt im Handelssektor auf vielfältige Barrieren stoßen. Sprachkompetenzen erweisen sich dabei als zentrale Voraussetzungen, da Defizite direkte Auswirkungen auf Bewerbungsprozesse, Prüfungen und die betriebliche Integration haben. Ebenso wichtig ist die Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen, die zusammen mit Arbeitserlaubnissen den Einstieg in Ausbildung und Beschäftigung häufig verzögern.

Praxisnahe, begleitende Unterstützung erhöht Chancen

Gleichzeitig wird deutlich, dass praxisnahe, begleitende Unterstützung die Chancen auf eine nachhaltige Integration deutlich erhöht: durch gezielte Beratung, niedrigschwellige Praktika oder berufsorientierte Sprachkurse. Neben fachlichen Voraussetzungen spielen insbesondere individuelle psychologische und soziale Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Dazu zählen Selbstvertrauen, Motivation, Resilienz sowie die Fähigkeit, mit Stress, Unsicherheiten und kulturellen Herausforderungen umzugehen. Ebenso wichtig sind stabile soziale Netzwerke, Orientierungshilfen und unterstützende Begleitung, die Migrantinnen und Migranten Sicherheit geben und ihre Integration in neue Arbeits- und Lernumgebungen erleichtern.

Individualisierter, mehrdimensionaler Ansatz nötig

Die Perspektiven der Akteursgruppen – Arbeitgebende, Ausbildende, Sprachdozierende, Beratende und Sprachkursteilnehmende – zeigen, dass Barrieren je nach Blickwinkel unterschiedlich wahrgenommen und gewichtet werden. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines individualisierten, mehrdimensionalen Ansatzes, der sowohl die spezifischen Bedürfnisse der Migrantinnen und Migranten als auch die Anforderungen der Betriebe angemessen berücksichtigt.

Orientierungsrahmen für die nächsten Schritte

Auf dieser Grundlage liefern die gewonnenen Erkenntnisse einen klaren Orientierungsrahmen für die weiteren Schritte im Projekt. Zum einen bilden sie die Basis für die Entwicklung eines passgenauen KI-gestützten Assistenzsystems und eines strukturierten Anschlussbildungsangebots, die gezielt auf die Bedarfe der Migrantinnen und Migranten und die Anforderungen der Betriebe abgestimmt sind. Zum anderen fließen die Ergebnisse in die Qualifizierung des Bildungspersonals ein, um praxisnah zu unterstützen und die Lern- und Integrationsprozesse nachhaltig zu verbessern. Langfristig zielen die Maßnahmen darauf ab, den Übergang von Sprachkursen in Ausbildung und Beschäftigung effizienter zu gestalten und die beruflichen Perspektiven von Migrantinnen und Migranten dauerhaft zu stärken.

Box: publikation

Bedarfs- und GAP-Analyse

Umfang: 113 Seiten

Herausgeber: Technische Hochschule Nürnberg, Institut für E-Beratung / InnoVET PLUS-Projekt CtG-MigHa

Zum Bericht: www.zbb.de

Das Projekt

CtG_MigHa

Ziele

► Verfahren zur Dokumentation von Fähigkeiten und Kompetenzen auf Grundlage von ESCO

► KI-Empfehlungssystem für einen besseren Übergang von Sprach-, Integrations- und Orientierungskursen in den Arbeitsmarkt

► Blended-Learning-Konzept für Zugewanderte zur Vermittlung sprachlicher und fachpraktischer Kenntnisse im Handel

► Qualifizierungskonzept für Bildungspersonal in Bildungseinrichtungen des Handels

Kontakt

Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e.V. (zbb)
Dr. Kerstin Baumgarten
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Telefon: 030 5900 99-800
E-Mail: kbaumgarten@zbb.de
Website: https://www.zbb.de/projekte/ctg-migha

Verbundpartner

Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e.V. (zbb)

TH Nürnberg – Institut für E-Beratung

TU Dresden – Center for Open Digital Innovation and Participation

Qualitus GmbH

KOMPASS – Kompetenzen passgenau vermitteln gGmbH

BZT Bildungszentrum Handel und Dienstleistungen Thüringen gGmbH

BZH Bildungszentrum Handel und Dienstleistungen gGmbH

bz Bildungszentrum des Handels gGmbH