Kreativforum: Neue Ideen für die Lernortkooperation in der Landwirtschaft : , Thema: Lernortkooperation | Landwirtschaft
Wie lässt sich die Lernortkooperation in der landwirtschaftlichen Ausbildung stärken und damit die Ausbildungsqualität verbessern? Das InnoVET PLUS-Projekt TiKoPLUS brachte dafür Praxis, Wissenschaft und Bildungsgestaltung zusammen.
Megatrends wie Digitalisierung und Technologisierung, steigende Anforderungen an das Tierwohl sowie eine wachsende Heterogenität der Auszubildenden erhöhen die Anforderungen an das berufliche Bildungspersonal deutlich. Eine intakte Lernortkooperation könnte hier helfen. Gleichzeitig gilt Lernortkooperation als „eines der meist gewünschten und am wenigsten realisierten Ziele der Berufsausbildung“.
Lernortkooperation ist seit 2005 im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert, wird in der Praxis jedoch vielerorts noch nicht konsequent umgesetzt. Häufig agieren die Lernorte als weitgehend entkoppelte Parallelsysteme, die vor allem anlassbezogen oder organisatorisch miteinander kommunizieren.
Im InnoVET PLUS-Projekt TiKoPLUS – Tierwohl, Kompetenz und Lernortkooperation entwickelt das Projektteam neue Ansätze und stärkt bestehende Strukturen der Lernortkooperation in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung. Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung zur Landwirtin und zum Landwirt nachhaltig zu verbessern.
Kreativforum als Impulsgeber für neue Lösungsansätze
Das TiKoPLUS-Team lud am 07.11.2025 zum Kreativforum ein, um Herausforderungen, Chancen und Verbesserungspotenziale von Lernortkooperationen zu erarbeiten und zu diskutieren. Dazu wurden Impulsgebende aus der Praxis, aber auch Entscheidungsträger/-innen aus den Gestaltungsebenen beruflicher Bildung am Standort Hannover-Ahlem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfangen.
Nach der Vorstellung des Projekts und erster Ergebnisse arbeiteten die Teilnehmenden in Workshop-Formaten an zentralen Fragestellungen. Unterschiedliche Perspektiven aus Praxis, Bildungsgestaltung und Entscheidungsebenen flossen zusammen, Ideen wurden gebündelt und erste Lösungsansätze entwickelt.
Gemeinsame Ideen, klare Impulse
Das Kreativforum vereinte die theoriegeleiteten Ergebnisse der Dokumentenanalyse mit den Eindrücken zur Lernortkooperation aus der Praxis. Als zentrale Ansatzpunkte für eine verbesserte Lernortkooperation wurden genannt:
- eine zentrale Lernplattform,
- mehr Transparenz über Lernstände, -inhalte und Termine,
- ein verlässlicher, strukturierter Austausch zwischen den Lernorten (formell und informell).
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der regelmäßigen Weiter- und Fortbildung des Bildungspersonals. Mit Blick auf die wachsende Heterogenität der Auszubildenden wurde die Möglichkeit und die Notwendigkeit der regelmäßigen Auffrischung der Ausbildereignung diskutiert. Zusätzlich wurde die Idee eingebracht, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aktiv in die Gestaltung von Lehr-Lerneinheiten einzubinden. Diese Zusatzleistung könnte dann auf weiterführende Qualifikationen angerechnet werden.
Die Bedeutung einer stärkeren Einbindung aller Akteurinnen und Akteure in bestehende Gremien wurde ebenfalls hervorgehoben. Dadurch ließe sich Wissen bündeln und Abstimmungen transparenter und einfacher gestalten. Zudem wurden kritische Faktoren wie beispielsweise die Verfügbarkeit zeitlicher Kapazitäten und Barrieren durch datenschutzrechtliche Bestimmungen, hervorgehoben.
Fazit
Für eine funktionierende und nachhaltige Lernortkooperation braucht es klare Kommunikation, gemeinsame Ziele sowie geeignete institutionelle und digitale Strukturen. Ein regelmäßiger Austausch, transparente Zuständigkeiten und eine gute Qualifizierung des Bildungspersonals wurden als entscheidende Faktoren benannt.
Im InnoVET PLUS-Projekt „TiKoPLUS“ wird mit den Ergebnissen des Kreativforums weiter an Konzepten für eine Stärkung und Etablierung von Lernortkooperationen in der landwirtschaftlichen Ausbildung gearbeitet und geprüft, welche Lösungsansätze im Projektrahmen realisierbar sind. Das nächste Kreativforum findet im April 2026 statt.
Das Projekt
Ziele
► Bildungsmodule, Lehr-Lernsettings und Toolbox zur tierwohlorientierten und pädagogischen Professionalisierung von landwirtschaftlichem Lehrpersonal
► Aufbau der regionalen Lernortkooperation
Kontakt
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Ulrich Peper
Mars-la-Tour-Straße 1-13
26121 Oldenburg
04139 698-111
ulrich.peper@lwk-niedersachsen.de
www.lwk-niedersachsen.de
Verbundpartner
• Landwirtschaftskammer Niedersachsen
• Leibniz Universität Hannover – Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung
• Johann Heinrich von Thünen-Institut – Institut für Ökologischen Landbau