Karrierechance in der Biopharmazie: Neuer Bachelor Professional startet erfolgreich : Datum:
Wie können Fachkräfte in der Biopharma-Branche beruflich aufsteigen, ohne ihren Job aufzugeben? Das Projekt WissenPLUS hat mit dem „Bachelor Professional Biopharmaceuticals“ eine berufsbegleitende Aufstiegsfortbildung entwickelt, die Fachwissen und Managementkompetenzen verbindet – und auf große Nachfrage trifft!
Fachkräfte der Biopharma-Branche wollen sich weiterqualifizieren – doch passende berufsbegleitende Angebote fehlten bislang. Das InnoVET-Projekt WissenPLUS der Hochschule Biberach (HBC) schließt diese Lücke mit dem neuen Abschluss „Bachelor Professional Biopharmaceuticals“. Der erste Pilotkurs war sofort überbucht.
Bedarfsgerechtes Angebot: Riesige Nachfrage zum Start
„Wir freuen uns sehr über das große Interesse“, betont Projektkoordinatorin Caroline Braun von der Hochschule Biberach. „Die Unternehmen haben wiederholt Bedarf an einem solchen Angebot signalisiert. Schon in der Entwicklungsphase waren wir im engen Austausch mit den Unternehmen und konnten so gezielt kommunizieren, welches Angebot wir für ihren Bedarf entwickeln. Dabei hat uns auch das unternehmerische Netzwerk in der Region sehr geholfen.“
Gemeint ist die Biotechnologie- und Biopharma-Region Ulm-Oberschwaben-Bodensee, in der wichtige Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, Rentschler Biopharma oder Teva / Ratiopharm angesiedelt sind und wo unter anderem die Fakultät Biotechnologie der Hochschule Biberach spezialisierte Studiengänge anbietet. In der Biotechnologie arbeiten Fachkräfte an der Schnittstelle von Biologie, Chemie und Technik, um lebende Zellen, Enzyme oder Mikroorganismen für medizinische, industrielle oder ökologische Zwecke zu nutzen.
Entwicklungschance nach der Ausbildung
Auch Johanna Böhringer (23) und Florian Glaß (25) arbeiten für zwei dieser Unternehmen der Region. Sie übernehmen dort anspruchsvolle Aufgaben in Produktion, Analytik und Qualitätskontrolle biopharmazeutischer Produkte. Sie konnten sich zwei der begehrten Plätze im Pilotkurs sichern und sind hochmotiviert: Mit der Fortbildung wollen sie ihr berufliches Fachwissen vertiefen und ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten erweitern.
„Bisher gibt es für Laborant*innen in der Biopharmazie- und in der Biotechnologie-Branche keine berufsbegleitenden Weiterqualifizierungen, die auf die Bedarfe der Unternehmen zugeschnitten sind. Diese Lücke wollen wir schließen“, sagt Fortbildungsleiterin Prof. Dr.-Ing. Annette Schafmeister, die an der HBC Prozess- und Verfahrenstechnik lehrt. Laborant*innen müssen bislang zur beruflichen Weiterentwicklung das Unternehmen verlassen und ein Studium aufnehmen.
Flexibles Lernen neben dem Beruf
Überzeugt sind die jungen Fachkräfte besonders vom didaktischen Ansatz: „Das flexible Blended-Learning-Format erleichtert die Integration ins Berufs- und Privatleben“, sagt Florian Glaß. „Die Kombination aus Online-Webinaren und Präsenztagen lässt sich optimal in den Berufsalltag integrieren“, findet Johanna Böhringer. Denn gerade dieser Aspekt ist oft entscheidend für die Fortbildungsbereitschaft von Fachkräften und Unternehmen.
Vermittelt werden die Inhalte von den Dozierenden der Hochschule Biberach. Das bedeutet: Akademische Inhalte für Fachkräfte aus der beruflichen Bildung. „Die fachliche Expertise der Dozentinnen und Dozenten gefällt mir besonders“, sagt Florian Glaß.
Biotechnologisches Fachwissen trifft Managementkompetenzen
Die Fortbildung mit einem Umfang von 600 Stunden umfasst in zwei Semestern insgesamt acht Module: Sie vermittelt Kenntnisse in Biotechnologie, Pharmakologie, Bioprozess- und Verfahrenstechnik, Qualitätsmanagement, Data Science sowie rechtlichen Grundlagen. Ergänzt werden diese Inhalte durch die Themen Führung, Kommunikation und Projektmanagement.
Die Module können auch als Micro-Credentials eigenständig absolviert oder auf akademische Studiengänge der Hochschule angerechnet werden. Gerade die überfachlichen Qualifikationen Führung, Kommunikation und Projektmanagement hatten sich die Unternehmen gewünscht. Das Ziel dahinter ist, dass Absolvent*innen damit zum Beispiel kleine Projektteams leiten können.
Johanna Böhringer denkt in diese Richtung: „Falls möglich, möchte ich gerne zusätzliche Verantwortung übernehmen. Die Weiterbildung schafft eine gute Grundlage für weiterführende Aufgaben“, findet sie.
Zusammenarbeit mit IHK Ulm bei Lehre und Prüfungen
Umgesetzt wird das innovative Fortbildungskonzept von der Hochschule Biberach in Zusammenarbeit mit der IHK Ulm. Hier sind die Aufgaben klar getrennt: Die Hochschule übernimmt die Organisation und Vermittlung der Lehrinhalte, während die IHK als zuständige Stelle die Prüfungen abnimmt und den Titel vergibt.
Das Fortbildungskonzept wurde so entwickelt, dass es von anderen Hochschulen, Kammern oder Weiterbildungsanbietern übernommen werden kann. Besonders Regionen mit einer starken Biotechnologie- oder Pharmabranche können von den Erfahrungen aus Ulm-Biberach profitieren.
Übertragbares Modell mit Zukunft
Im kommenden Jahr spricht das Projektteam aktiv Weiterbildungsanbieter und Unternehmen aus anderen Regionen an, um den Transfer zu initiieren. In 2027 sollen die wichtigsten Erkenntnisse bei der Entwicklung des Bachelor Professional in einem Transferleitfaden aufbereitet werden. Die Verstetigung des Angebots an der Hochschule Biberach erfolgt bereits zum Wintersemester 2026/27. Dann starten 20 weitere Teilnehmende ihre Fortbildung.
„Mit dem „Bachelor Professional Biopharmaceuticals“ ist ein neues, dauerhaftes Aufstiegsfortbildungsangebot für eine wachsende Zukunftsbranche entstanden. Die hohe Nachfrage zeigt, dass Unternehmen und Fachkräfte auf ein solches Angebot gewartet haben“, fasst die Projektkoordinatorin Caroline Braun zusammen.
Das Projekt
Ziele
► Micro-Credentials zu aktuellen Themen
► Bachelor Professional Biopharmaceuticals
► Short Cycle Bachelor of Science „pharmazeutische Biotechnologie“
► System zur Anerkennung, Anrechnung und Formatentwicklung zwischen den Trägern beruflicher und akademischer Bildung für Breitentransfer
Kontakt
Hochschule Biberach
Dr. Jennifer Blank
Karlstrasse 6-11
88400 Biberach
07351 / 582-381
blank@hochschule-bc.de
hochschule-biberach.de/wissenplus