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Neue Karriereoption im SHK-Handwerk: Spezialist für erneuerbare Energien : Datum:

Leistungsträger im SHK-Handwerk müssen nicht Meister werden, um beruflich aufzusteigen. Mit der neuen Fortbildung zum Geprüften Berufsspezialisten für erneuerbare Energien SHK übernehmen sie anspruchsvolle Fach- und Koordinationsaufgaben auf der Baustelle. Der erste Pilotkurs ist bereits ausgebucht.

Die Energiewende braucht qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig werden Systeme für Erneuerbare Energien immer komplexer und entwickeln sich rasant weiter. Gefragt sind Expertinnen und Experten, die technische Zusammenhänge verstehen und den Überblick behalten.

Für diese anspruchsvolle Aufgabe bietet der noch junge Fortbildungsabschluss „Geprüfter Berufsspezialist“ eine passende Qualifizierung zwischen Gesellen- und Meisterebene. Das InnoVET PLUS-Projekt ZukunftSHandwerK entwickelt und erprobt daher den Geprüften Berufsspezialisten für erneuerbare Energien SHK und bereitet den Branchen-Transfer vor.

„Unser Ziel ist es, neue Karrierewege im Handwerk zu schaffen und Fachkräfte für die Energiewende zu gewinnen“, erklärt Luca Günzel von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH).

Koordinator und Experte auf der Baustelle

Seine Position hat der Geprüfte Berufsspezialist für erneuerbare Energien als Bindeglied zwischen Büro und Baustelle: Er fährt zum Kunden, führt das Beratungsgespräch und erfasst den Status des Gebäudes. Der Meister plant die Anlage und sobald der Auftrag erteilt wurde, übernimmt der Geprüfte Berufsspezialist: Er organisiert und führt die Arbeiten auf der Baustelle aus, stimmt sich mit dem Team und dem Kunden ab und sorgt dafür, dass die Planung fachgerecht umgesetzt wird.

Er bindet die Anlagen ins Energiemanagement in Abstimmung mit den angrenzenden Gewerken ein. Später führt er die Instandhaltung durch. Der Meister kann sich dadurch stärker auf die Planung und die strategische Betriebsentwicklung konzentrieren, während der Geprüfte Berufsspezialist auf der Baustelle koordiniert und ausführt.

Als Zielgruppe sieht das Projekt leistungsstarke Gesellinnen und Gesellen im SHK-Handwerk, die weiter auf der Baustelle anpacken wollen und für die eine Tätigkeit als Betriebsinhaber oder Meister mit überwiegend planerischen und organisatorischen Aufgaben keine attraktive Perspektive darstellt.  

Qualifiziert für anspruchsvolle Aufgaben

Eine Bedarfsanalyse mit knapp 450 SHK-Betrieben zeigt, wo aus Sicht der Praxis Qualifizierungsbedarfe beim Thema Erneuerbare Energien sind:

Die Fortbildung im Umfang von 400 Stunden enthält daher folgende Lernmodule:

  • Erneuerbare Energien
  • Energiemanagement
  • Kundenberatung
  • Kälte- und Klimatechnik
  • Lern- und Wissensmanagement
  • Koordination im Arbeitsbereich
Zukunftshandwerk Berufsspezialist 2
Copyright: ZVSHK

Eine Besonderheit ist das Modul zum Lern- und Wissensmanagement: Es wird in die Fachmodule eingebunden, um die Themen selbstgesteuertes Lernen, Lernstrategien und Wissensmanagement im Betrieb aufzugreifen, was sich im Arbeitsleben auszahlen soll.

Vermittelt werden die Inhalte in einer Kombination aus Präsenzunterricht (75%) und Onlineunterricht (25%). Auf der Lernplattform eCampus Handwerk werden Kurse mit Lernmedien zu den Modulen für Selbstlernphasen bereitgestellt wie Web-based-Trainings und Aufgaben zur Bearbeitung im Betrieb.

Den SHK-Beruf ganzheitlich stärken

Die Aufstiegsfortbildung ist Teil eines ganzheitlichen Konzepts des InnoVET PLUS-Projekts ZukunftSHandwerK zur Stärkung des Berufs Anlagenmechaniker/-in für SHK. Sie bietet eine attraktive Karrierealternative zum Meisterabschluss. Darüber hinaus

  • entwickelt das Projekt für Personen über 25 Jahre, für die eine klassische Berufsausausbildung nicht mehr in Frage kommt, Teilqualifizierungen (TQ), die den Erwerb des Gesellenabschlusses in Etappen ermöglichen;
  • soll die systematische Förderung von selbstgesteuertem und arbeitsplatznahem Lernen nachhaltig in der beruflichen Bildung des Handwerks verankert werden, indem sie gezielt in die Qualifikationen eingebunden wird;
  • werden für eine strategische Personalentwicklung im SHK-Handwerk praxisnahe Werkzeuge entwickelt, die Personalentwicklungsprozesse gezielt unterstützen und fundierte Entwicklungsentscheidungen erleichtern.

Pilotkurs ausgebucht – breite Nutzung durch Bildungseinrichtungen möglich

Der erste Durchlauf der Fortbildung startet im September 2026 an der Innung SHK Köln, der Pilotkurs mit 16 Plätzen ist bereits ausgebucht. Anschließend wird der Kurs evaluiert, optimiert und ins Regelangebot der Innung SHK Köln übernommen. Ziel ist perspektivisch eine bundeseinheitliche Fortbildungsregelung.

Alle Unterlagen wie Prüfungsordnung, Rahmenlehrplan und Lernmedien stellt die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk interessierten Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Dies werden zunächst die 53 Handwerkskammern in Deutschland sein. Aber auch SHK-Innungen sind eingeladen, die Materialien zu nutzen.

Alle Informationen zum Kurs und Abschluss: zukunftshandwerk.de/baustein/neuer-fortbildungsabschluss

Das Projekt

Logo_Zukunftshandwerk

Ziele

► Bedarfsgerechtes Berufslaufbahnkonzept für Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)

► Fortbildung „Geprüfte/r Berufsspezialist/in für erneuerbare Energien SHK

► Teilqualifizierungen (TQ) zur Weiterbildung in Etappen zum/zur Anlagenmechaniker/in für SHK

► Integration von selbstgesteuertem und arbeitsplatznahem Lernen in die Berufsbildung des Handwerks

► Aufbau innovativer Beratungs- und Begleitstrukturen für Betriebe zur strategischen Personalentwicklung

Kontakt

Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) e. V.
Anke Hallwaß
Sternwartstr. 27-29
40223 Düsseldorf
Telefon: 0157 / 78 82 00 50
E-Mail: ahallwass@zwh.de
Website: zukunftshandwerk.de

Verbundpartner

Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) e. V.

Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)

Innung Sanitär Heizung Klima Köln

Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH)